Anlässlich des Fests zur Schulbenennung am 14.11.2007 (100. Geburtstag von Astrid Lindgren) hielt der schwedische Botschafter Herr Hans Lundborg folgende Rede:

 

"Liebe Frau Direktor Abendroth, Liebe Präsidentin Brandsteidl, Sehr geehrte Damen und Herren!Liebe Schüler der Astrid-Lindgren-Schule, liebe Lehrer, liebe Eltern! 

Es freut mich an diesem besonderen Tag, dem 100. Geburtstag von Astrid Lindgren, bei der Namensgebung der Astrid-Lindgren-Schule dabei sein zu dürfen.

Gerade in einer Zeit, wo die Terminkalender der Kinder gefüllt sind, wo Kinder von der Schule in den Förderunterricht und in die Musikschule, zu ihren Hausaufgaben und Computern hetzen, ist es besonders wichitg, dass eine Frau wie Astrid Lindgren zur Namenspatronin einer Schule gewählt wurde.

In ihrem Werken hat Astrid Lindgren davon erzählt wie es sich anfühlt Kind zu sein. Wovon träumen Kinder? Was brauchen sie, was vermissen sie? Was bedeuten Glück, Freiheit, Einsamkeit, Schmerz oder Mut aus der Sicht eines Kindes?

Kinder brauchen Platz zum Spielen, das ist eine Botschaft der Kinder von Bullerbü. Kinder brauchen Freunde, lernen wir von Nils Karlsson-Däumling. Sie haben eine Recht auf ihr Privatleben und ihre Eltern müssen nicht immer alles kontrollieren, erfahren wir von Kalle Blomquist und seiner Bande. Kinder müssen ihren eigenen Weg in die Selbständigkeit gehen dürfen, lehrt uns Ronja Räubertochter. Recht auf Trost beschreibt Astrid Lindgren im Buch Brüder Löwenherz.

Astrid Lindgren wusste genau, was Kinder brauchen, weil sie selbst eine Kindheit voller Liebe und Geborgenheit erleben durfte. Sie hatte die Gabe, sich auch als Erwachsene sehr gut an ihre eigene Kindheit zurückzuerinnern und so bis ins hohe Alter jung zu bleiben.

In diesem Hause begegnet man häufig den Astrid Lindgren-Figuren und man begegnet auch glücklichen Kindern, die bei lustigen Aktivitäten Kind sein dürfen.

Es ist wunderbar, das eine Schule - wie Astrid - die Rechte der Kinder ernst nimmt. Ich wüsche Ihnen, Frau Direktor Abendroth, und all den Lehrern viel Kraft bei der Erziehung im Sinne Astrid Lindgrens. Ich bin überzeugt, dass die Kinder hier neben “Plutifikation” auch lernen solidarisch, tolerant und selbstbestimmt zu sein und sie wie Pippi, Emil, Madita oder Kalle das Recht haben werden, die Lebensphase Kindheit voll auszuleben.

Vielen Dank!"